In 2026 will ich mich weniger darauf fokussieren, was ich erreichen will, sondern mehr, wie verbunden ich mit mir selbst bin, während ich mein Leben und Business gestalte. Es geht mir nicht darum, erfolgreicher zu werden, sondern ehrlich(er) mit mir selbst zu sein und im Zuge dessen (noch) authentischer zu werden.
Meine Intention für dieses Jahr lautet deshalb: I do it MY way.
Und mein Wort, dass diese Intention begleitet, lautet: (in) Verbundenheit.
„MY way“ geht nicht GEGEN andere. Vielmehr ist „MY way“ eine bewusste Entscheidung FÜR mich. Fern eines Egotrips hat „MY way“ ganz viel zu tun mit einer angemessenen Form der Selbstfürsorge und auch Selbstführung. Und beides beginnt bei mir, in meinem Körper, meinem Geist und insbesondere im Einklang mit meinem Nervensystem.
Warum genau diese Intention?
Ich nutze 2026 als Übungsfeld, mich selbst an erste Stelle zu setzen. In diesem Jahr will ich mich darin üben, dass alles und jeder durch meinen inneren Filter geht. Dieser innere Filter besagt, ob sich etwas für mich stimmig anfühlt oder nicht. Eine ehrliche Verbindung zu mir selbst und damit eine stete Rückverbindung zum Hier und Jetzt ist die Basis dafür, die ich kultivieren will und von der aus ich meinem Leben in diesem Jahr Form gebe, Entscheidungen treffe und meine Beziehungen gestalte. Und, ganz wichtig, da ich das ganze noch übe, werde ich ebenso darauf achten, wann ich davon abweiche! Sprich: wann ich die Verbindung zu mir selbst verliere bzw wann ich mich auf etwas einlasse, auch wenn es sich nicht stimmig anfühlt.
Auf diese Weise will ich Folgendes in 2026 rausfinden: Was hat wirklich Substanz für mich und was entpuppt sich als leere Hülle? Welche Erfahrungen erfüllen mich und welche laugen mich aus? Welche Menschen tun mir gut und welche nicht? Welche Vereinbarungen tragen mich (mit) und welche gehen (zu viel) auf meine Kosten – und welche Veränderungen sind da möglich? Welche Strukturen geben mir Halt, und welche engen mich ein – und welche Alternativen gibt es? Was bekommt meine Aufmerksamkeit, und was nicht (mehr) – und wie grenze ich mich sinnvoll ab?
Letztlich will ich die Verbindung zu mir und meinem Nervensystem kultivieren, ehrlich mit mir selbst sein und dadurch (noch) authentischer werden. Ich will rausfinden, was von all den Themenfeldern, die ich in den letzten Jahren (an)gesammelt und erforscht habe, wirklich zu mir gehört und was nicht. Außerdem will ich freier davon werden, was andere über mich denken, dh ich will noch mehr davon wegkommen, gefallen zu wollen, und stattdessen mich freier selbst ausdrücken. Die Grundlage bei all dem wird sein, auf meinen Körper zu hören und immer wieder zu schauen, was ich wirklich brauche. Da ist natürlich die Vorasusetzung, dass ich mich regelmäßig mir selbst und meinem Körper, besonders meinem Nervensystem, zuwende und lausche. Und last but not least bin ich neugierig auf das, was sich zeigt, wenn ich genau diese Punkte in den Fokus nehme 😉
Was hat mich darauf gebracht?
Im Wesentlichen sind es vier Punkte, die mich zu meiner Intention und zum Wort des Jahres 2026 gebracht haben
1. Genug ist genug!
Mir ist bewusst geworden, dass ich für Verbundenheit und Zugehörigkeit in meinem Leben schon oft Kompromisse eingegangen bin. In einem gewissen Rahmen gehört das zum Leben und zum Miteinander dazu. Je mehr ich mich mit dem Nervensystem beschäftige, desto mehr erkenne ich allerdings, wie sehr ich mich selbst und meine Bedürfnisse hinten anstelle – teilweise auch garnicht deutlich spüre – und wie sehr ich meine Grenzen verwässere und mich stellenweise verbiege, um in Verbindung zu bleiben, Freundschaften aufrechtzuerhalten und (weiter) dazuzugehören.
Ich merke mehr und mehr, dass ich es satt habe, mich anzupassen – in der Arbeitswelt genauso wie in Freundschaften. Ich will mich nicht länger verbiegen, nur um dazuzugehören, geliebt zu werden oder als erfolgreich zu gelten. Natürlich sind das zutiefst menschliche Bedürfnisse. Auch mir sind Verbindung und Wirksamkeit wichtig, aber eben nicht mehr um jeden Preis. Es geht nicht darum, dass sich künftig alles nur noch nach mir richtet oder dass ich mich über andere stelle. Vielmehr frage ich mich: Was passiert, wenn ich die Anpasserei SEIN lasse? Was passiert in der Arbeitswelt und in meinen Beziehungen, wenn ich stattdessen die Verbindung zu mir selbst kultiviere und dieser Beziehung konsequent oberste Priorität einräume? Wenn ich mich an erste Stelle setze? Wie fühlt sich das an, wenn ich mich selbst zur Referenz mache? Und was verändert sich, wenn ich in disem Zusammenhang öfter mal sage: das passt für mich nicht! Welche Menschen und Verbindungen bleiben dann Teil meines Lebens und welche vielleicht auch nicht mehr?
2. Fokus trotz Vielfalt
In den letzten Jahren habe ich viel ausprobiert und (dazu)gelernt. Einige Themenfelder laufen mit, einige habe ich weiter vertieft und bei anderen zeichnet sich ab, dass es sich eher um Durchgangsstationen handelt. All das gehört zu meinem Weg. Und gleichzeitig spüre ich, dass es jetzt nicht länger darum geht, noch mehr hinzuzufügen, sondern das, was schon da ist, weiter zu integrieren, thematische Verbindung zu knüpfen – auf meine ganz eigene Art und Weise. Wie kann ich mir das, was ich gelernt habe, noch mehr zu eigen machen und es auch noch mehr verkörpern?
2026 wird es darum gehen, die Themen, die mich begeistern, auf meine eigene Art miteinander zu verbinden und sichtbar zu machen – auch wenn es nicht immer in bestehende Kategorien passt. Facettenreichtum ist und bleibt wichtig, um herauszufinden, was möglich ist. Fokus ist und bleibt wichtig, um das, was für mich wesentlich ist, herauszukristallisieren und noch mehr zu integrieren.
3. Arbeit neu denken
In der Arbeitswelt wird eine ganze Menge vorgegeben: Abläufe, Regeln, Strukturen. Es gibt weiter verbreitete Ansichten darüber, was „funktioniert“ und was als „erfolgreich“ gilt. Vieles davon mag sinnvoll sein. Gleichzeitig hat vieles davon einen sehr hohen Preis. Meinem Empfinden nach zeigt sich dieser Preis als schleichende Entfremdung von mir selbst, als subtile Entkoppelung von meinen Eigenheiten, meinem eigenen Tempo, meinen individuellen Bedürfnissen, meiner Art zu arbeiten und zu wirken.
Als Angestellte hab eich zum Beispiel die Erfahrung gemacht, dass es in Unternehmen oft klare Vorgaben, einheitliche Abläufe, standardisierte Strukturen gibt, die für firmeninterne Abläufe gut funktionieren mögen, zu mir aber nicht immer gut passen. Was passiert, wenn ich mich nicht länger automatisch anpasse, sondern meine Arbeit weiterhin so gut wie möglich und dennoch auf eine Art und Weise erledige, die meine Integrität mir selbst gegenüber in den Mittelpunkt stellt?
Auch in meiner Selbständigkeit begleitet mich diese Frage. Wie kann mein Online-Business aussehen, wenn es nicht primär von äußeren Anforderungen gesteuert wird, sondern von innerer Stimmigkeit? Wenn nicht Effizienz oder Sichtbarkeit das Maß aller Dinge sind, sondern Nachhaltigkeit – für mein Nervensystem, meine Energie, meine Kreativität und auch für meine Kunden?
Für mich bedeutet „I do it MY way“ also sehr wesentlich auch, Arbeit neu zu denken.
4. Cut the noise!
Die Welt steht Kopf, keine Frage. Die besondere Herausforderung unserer heutigen Zeit liegt für mich zum Teil in den Ereignissen selbst und vor allem in ihrer permanenten Sichtbarkeit und Verfügbarkeit. Wir haben heute Zugang zu einer kaum noch überschaubaren Menge an Informationen – und damit auch zu den Krisen, Konflikten und Abgründen dieser Welt. Ein Blick aufs Smartphone genügt, und innerhalb weniger Sekunden prasseln Nachrichten, Meinungen, Impulse und Bilder auf uns ein, die das Nervensystem kaum verarbeiten kann. Während wir lesen oder zuhören und zuschauen, reagiert der Körper. All diese Flut an Informationen bringt unser ganzes System völlig durcheinander und versetzt es stellenweise in solche Aufruhr, dass es kaum noch möglich ist, in die eigene Klarheit und Ruhe zurückzufinden – und wenn, dann braucht es enorme Bewusstheit.
Das Leben wirkt schnell, die Optionen sind zahlreich und die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt. Ich empfinde das Rauschen, Treiben und Wirbeln im Außen in den letzten Monaten als sehr laut. Gefühlt buhlt alles und jeder um (meine) Aufmerksamkeit. Viele Menschen haben zu allen möglichen Geschehnissen große in Echtzeit generierte Meinungen, die sie laut verbreiten und ich bin mir sicher, dass das noch zunehmen wird.
Auch KI bewegt sich für mich in diesem Spannungsfeld: Geschenk und Kreuz zugleich. Ich arbeite sehr gerne damit. Dennoch kostet es mich mehr und mehr meiner Energie, zu unterscheiden, welche Texte, Bilder und Videos „echt“ sind und welche nicht, sprich: was von Menschen stammt und was maschinell erzeugt wurde. Vermutlich wird sich in den kommenden Jahren sogar unser Verständnis davon, was als „echt“ gilt, grundlegend verändern. Das finde ich ebenso spannend wie herausfordernd.
Hinzu kommt, dass altbekannte politische und gesellschaftliche Strukturen ins Wanken geraten. Damit verbundene Sicherheiten brechen mehr und mehr weg, neue sind noch nicht in Sicht. Die Zeiten sind einfach krass, die Weltgeschehen extrem wild, wenn nicht gar wahnsinnig. Und eins wird immer klarer: Sicherheit war nie wirklich im Außen verankert – auch wenn es sich manchmal so angefühlt hat. Stabilität und Freiheit entstehen nicht durch äußere Umstände. Sie wachsen von innen. Das klingt erstmal toll, aber fühle ich das auch? Eher nicht!
Ein wichtiger Aspekt für meine Intention des Jahres ist hier: das Grundrauschen von außen abschalten bzw deutlich reduzieren und die Verbindung zu mir selbst und meiner inneren Wahrheit stärken!
Cut the noise!
Besinnung auf mich selbst. Fokus auf das Wesentliche. Bisher fühlte ich mich mit meiner seit jahrzehnten tief verwurzelten Meditationspraxis gut gerüstet. Das ist auch noch so. Je wilder die Welt wird, desto mehr müsste ich gefühlt meditieren. Da ich mein Leben allerdings nicht ausschließlich der Meditation widmen will, sondern gerne auch dem Leben fröhne, mit allem was dazu gehört, sind andere „Werkzeuge“ nötig geworden – allen voran die „Arbeit“ mit dem Nervensystem! Die Kombi ist unschlagbar!
Nervensystemrelevanz statt Selbstoptimierung
In einer Zeit, die von Informationsüberfluss geprägt ist, wird es immer wichtiger, sich um die eigene Regulation zu kümmern. Unser Körper-Geist-System ist einfach nicht dafür gemacht, die Komplexität und Schwere der gesamten Welt dauerhaft mitzutragen. Es ist weder möglich noch sinnvoll, über alles gleichzeitig informiert zu sein und gedanklich an allen Fronten präsent zu bleiben. Denn reine Informationsaufnahme führt nicht automatisch zu sinnvollem Handeln. Im Gegenteil: Wenn mein System in Alarmbereitschaft ist, erstarre ich eher, als dass ich wirksam werde. Nachhaltige Handlungsspielräume entstehen in Regulation.
Und genau hier kommt für mich Nervensystemarbeit ins Spiel.
Wenn ich in einer Welt, die sich stellenweise dunkel und überfordernd anfühlt, so etwas wie Leichtigkeit erfahren möchte, und wenn ich in all dem schrillen Grundrauschen meine eigene innere Stimme noch hören will, dann komme ich kaum daran vorbei, Verantwortung für mein inneres Gleichgewicht zu übernehmen. I do it MY way hat also im Kern auch ganz viel mit Selbstregulation zu tun! Das bedeutet nicht, wegzusehen oder mich nur noch um meine eigenen Angelegenheiten zu kümmern. Es bedeutet vielmehr, nicht ungefiltert alles aufzunehmen und reflexhaft aus Angst oder Sorge heraus auf jeden Reiz zu reagieren, sondern regelmäßig für Klarheit und im Zuge dessen für Stabilität zu sorgen.
Der wesentliche Teil meiner Intention besteht deshalb darin, im Einklang mit meinem Nervensystem zu leben – und damit im Einklang mit mir selbst: meinem Körper, meinen Bedürfnissen, meinem Tempo, meinen Rhythmen.
Mein Wort des Jahres: Verbundenheit
Wenn meine Intention der Weg ist, dann beschreibt mein Wort des Jahres die Qualität, mit der ich ihn gehe. I do it MY way – in Verbundenheit. Und ich meine damit ganz bewusst nicht in erster Linie die Verbundenheit mit anderen Menschen. Mein Wort des Jahres beginnt bei der Verbundenheit mit mir selbst. Das heißt für mich: Ich orientiere mich zunächst nach innen, bevor ich mich nach außen bewege. Mein inneres Erleben wird zum Referenzpunkt dafür, ob – und wenn ja, wie – ich im Außen aktiv werde. Verbundenheit heißt für mich, immer wieder ins Hier und Jetzt zu kommen, bei mir zu bleiben, gerade in Momenten von Druck, Unsicherheit oder Erwartung. Es heißt, mich nicht zu übergehen, nur um zu funktionieren oder zu gefallen. Und es heißt, meine Grenzen zu spüren und zu wahren, auch wenn es unbequem wird. In 2026 steht Verbundenheit für mich vor allem für EINE Beziehung, die gepflegt werden will: die Beziehung zu mir selbst. Und erst aus dieser Selbstverbundenheit heraus kann dann gerne auch Verbindung im Außen entstehen.
Wie sich diese Intention im Alltag zeigen wird
Neben Meditation, Yoga und Human Design beschäftige ich mich seit geraumer Zeit sehr intentiv mit dem menschlichen Nervensystem. Mich fasziniert wie archaisch, wie grundlegend wichtig das Nervensystem und seine Zustände für unser persönliches Gefühl von Sicherheit und im Zuge dessen für unser Wohlbefinden ist. Das ist etwas, was uns alle als Menschen miteinander verbindet. Wir alle haben ein Nervensystem. Unsere Nervensysteme „funktionieren“ im Kern auf die selbe Art und Weise und doch ist ein Gefühl von (Un)Sicherheit eine sehr individuelle Angelegenheit. Soooo so spannend!
Letzten Herbst habe ich meine Ausbildung zum Nervensystem Coach begonnen. Es verbindet viele der Puzzleteile, mit denen ich mich seit Jahren intensiv beschäftige. Ein ganz wesentlicher Teil der Ausbildung besteht darin, erstmal das eigene Nervensystem besser kennenzulernen. Auch wenn wir in der Ausbildung mit cem Coaching fortschreiten, habe ich mir vorgenommen, dieses Jahr besonders meinem eigenen Nervensystem zu widmen.
Ich übe mich darin, die Verbindung zu mir selbst, zu meinem Körper und meinem Nervensystem als Kompass mehr und mehr in den Fokus zu rücken. Das zeigt sich zB darin, dass ich üben und lernen will, mein Tempo ernster zu nehmen als äußere Timings, dass Pausen kein Bonus sind, sondern Teil meiner Arbeitsweise, dass ich Projekte nicht nur danach auswähle, ob sie sinnvoll sind, sondern ob sie mich regulieren oder dysregulieren und dass ich meine Kontakte und Beziehungen danach auswählen will, ob sie mich nähren und mit tragen, oder auslaugen.
In 2026 steht für mich daher eine ganz konkrete und sehr bewusste tägliche (nervensystem) Praxis zentral: Im Alltag werde ich immer wieder abgleichen: Wird mein System enger oder weiter? Fühle ich mich durch diesen Kontakt genährt oder erschöpft? Kann ich hier präsent bleiben, ohne mich zu verlieren?
In einem Jahr von heute
Wenn ich diesen Text in einem Jahr wieder lese, wünsche ich mir nicht, dass ich „alles umgesetzt“ habe. Ich wünsche mir vielmehr, dass das, was dann noch in meinem Leben ist, Bestand hat – weil es auf etwas gegründet ist, das sich für mich wahrhaftig anfühlt.
Im besten Fall habe ich Klarheit darüber gewonnen, welche Beziehungen mich wirklich inspirieren, welche Strukturen mir Halt geben, ohne mich einzuengen, welche Erfahrungen mich erfüllen, welche Form von Arbeit mich belebt, ohne mich auszulaugen, welche Verbindungen mich tragen,
und welche meiner Ideen, Träume und Visionen tatsächlich Substanz haben.
Gesellschaftlich wird uns oft vermittelt, wir müssten uns anstrengen, uns durchkämpfen, härter arbeiten – an uns selbst, an unseren Themen, in unseren Beziehungen, im Business sowieso. Erfolg, so scheint es, ist vor allem eine Frage von Disziplin, Durchhaltevermögen und der Bereitschaft sowie Fähigkeit, über die eigenen Grenzen hinauszugehen.
Ich glaube durchaus, dass es wichtig sein kann, sich Herausforderungen zu stellen. An ihnen wachsen wir, durch sie machen wir Erfahrungen, die Entwicklung möglich machen. Doch mir wird immer klarer, dass es einen grundlegenden Unterschied gibt zwischen dem bewussten Verlassen der Komfortzone und dem schleichenden Verlust der eigenen sicheren Basis. Tief in mir spüre ich, dass es einen anderen Weg gibt als den, der mir im Außen nahegelegt un dteilweise ja auch gefordert wird. Einen Weg, der nicht auf ständiger Selbstüberwindung und -überschreitung basiert, sondern auf der Verbindung zu meiner eigenen inneren Kompass. Erfüllung entsteht für mich nicht durch permanentes Vorwärtstreiben, Hustlen oder Funktionieren bis zur Erschöpfung. Sie entsteht dort, wo ich beginne, die Beziehung zu mir sellbst, meinem Körper und meinem Nervensystem zu kultivieren und ihr zu vertrauen.
Ich weiß, dass in mir Ideen leben, die inspirieren können. Dass da eine Leidenschaft ist, die dann lebendig wird, wenn ich in Übereinstimmung mit mir selbst handle. Und dass ich auf meinem eigenen Weg über eine Kraft verfüge, die nicht aus Druck entsteht, sondern aus Stimmigkeit. Dann macht das, was ich tue, selbst dann Sinn, wenn es anstrengend wird. Es fordert mich heraus, aber es erschöpft mich nicht. Es kostet Energie, laugt mich aber nicht aus. Dieser Weg basiert für mich auf Authentizität und einer Ausrichtung an meinem tiefsten Sein. Er bedeutet, meiner inneren Stimme zu vertrauen, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen, und Entscheidungen nicht nur danach zu treffen, was logisch erscheint, sondern danach, was sich für mich stimmig anfühlt.
In einer Welt, die zunehmend laut und unübersichtlich wirkt, in der vertraute Strukturen sich auflösen und neue entstehen, die gleichermaßen faszinierend wie irritierend sein können, bleibt mir letztlich nur eine verlässliche Orientierung: ich selbst.
Das bedeutet nicht Rückzug oder Gleichgültigkeit gegenüber dem, was im Außen geschieht. Im Gegenteil. Es bedeutet, genau hinzusehen: auf mein eigenes Verhalten, mein Fühlen, mein Wahrnehmen, meine Reaktionen. Der Kern bleibt Selbstreflexion und Selbsterkenntnis. Und dabei zeigen sich nicht nur die Sonnenseiten, sondern auch Zweifel, Ängste, limitierende Überzeugungen. Bei mir selbst anzufangen. Vor der eigenen Haustür zu kehren. Und von dort aus gut für mich zu sorgen. So lange, bis meine eigenen Ressourcen nicht mehr nur zum Überleben reichen – sondern auch zum Weitergeben. Denn die Welt braucht uns nicht in unserer Erschöpfung, sondern in unserer ganzen Kraft und Präsenz.

