Betrachtungen zur Kirschblütenzeit

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Es fasziniert mich jedes Jahr aufs neue, wie nach der Ruhe des Winters die Natur wieder zum Leben erwacht. Erst zeigen sich kleine Sprossen hier und dort, Knospen werden praller und dann erscheinen die ersten Blüten und Blätter. Überall sprießt und grünt und blüht es. Die Natur entfaltet sich, unaufhaltsam, ihrem ganz eigenen Rhythmus folgend.

Und dann ist auch sie da: die Kirschblüte.

In Japan ist das eine ganz große Sache. Die Kirschblütenzeit heißt dort Hanami, was soviel bedeutet wie „Blüten betrachten“. Hanami hat seine Wurzeln im höfischen Leben der Heian-Zeit (794–1185). Damals betrachtete der Adel zunächst Pflaumenblüten, später rückten die Kirschblüten in den Mittelpunkt. Bis heute ist es eine ebenso kulturelle wie spirituelle Praxis, auch über Japan hinaus. Die Blütezeit der Kirschbäume umfasst nur wenige Tage. Menschen nehmen sich dann bewusst Zeit um innezuhalten, sich dem Moment hinzugeben, zu schauen und zu fühlen, und ebenso die Schönheit wie die Vergänglichkeit des Lebens zu würdigen.

Bei der Betrachtung dieses zauberhaften und wunderschönen Naturschauspiels ist mir folgendes bewusst geworden: ein Kirschbaum quetscht seine Blütenpracht nicht herraus, indem er immens viel Druck ausübt. Er bringt auch nicht ein besonders hohes Maß an Anstrengung auf um die zarten Blütenblättchen zur Entfaltung zu zwingen.

Sondern in dem Moment, wenn Sonne, Erde und Wasser in für den Kirschbaum passender Weise zusammenspielen, geschieht das Erblühen wie von selbst – als ganz natürlicher Ausdruck seines Daseins.

Bei uns Menschen ist das auch so!

Wir glauben zwar oft, wir müssten uns anstrengen, optimieren, antreiben, um „aufzublühen“, mehr tun, mehr erreichen, mehr Kraft aufwenden.

Doch die Kirschblüte zeigt uns etwas anderes:

Wir brauchen nicht noch mehr Druck und Anstrengung um das Beste aus uns herauszuholen! Und wir kommen auch nicht wirklich weiter, wenn wir uns ständig zu irgendwas zwingen oder uns verbiegen um hineinzupassen oder dazuzugehören!

Sondern wir brauchen im jeweiligen Moment, in verschiedenen Lebensbereichen und in unterschiedlichen Phasen, das für uns jeweils „Richtige“! Dann können wir mit unserem ureigensten Wesenskern verbunden sein und bleiben – und uns auf ganz natürliche Weise entfalten, wachsen und gedeihen – in all unserer individuellen Pracht 🙂

Selbstreflexion

Wo könntest du etwas Druck und Anstrengung loslassen und stattdessen einfach nur dasein, präsent sein und zuschauen, beobachten, wie sich die Dinge ganz von selbst entwickeln? Und was ist heute genau das Richtige für dich?


Mehr davon?

Diesen Text habe ich mal zur Zeit der Kirschblüte in meinem Newsletter veröffentlicht. Wenn dir das gefällt und du mehr von solchen Gedanken und Beobachtungen per Email in dein Postfach erhalten möchtest, völlig unverbindlich natürlich, dann HIER ENTLANG! Ich freu mich auf dich!

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